Managerkommentar 25.08.2010 - Update: Marktneutrale und multi-direktionale Strategien im Markt von heute
Die Aktien-, Renten und Rohstoffmärkte befinden sich aktuell in einer sehr spannenden Phase. Anhand dieser Situation möchten wir verdeutlichen, wie unsere Portfolios grundsätzlich und in dieser Situation funktionieren.
Die aktuelle Situation
Viele Marktteilnehmer sind gegenwärtig verunsichert. Der Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass die fundamentalen Wirtschaftsfaktoren sich negativ entwickeln. Da der sich Markt schon seit mehreren Tagen im Einklang mit den neuesten Wirtschaftsdaten zu entwickelt, nämlich abwärts, wächst die Verunsicherung bei vielen Marktteilnehmern.
Die Wirtschaft
In den letzten 12 Monaten hat sich die Wirtschaft weltweit deutlich erholt. Diese Entwicklung wurde von den Aktien- und Rohstoffmärkten mit eingepreist und gedanklich fortgeschrieben, wodurch sich die Preise an diesen Märkten sehr positiv entwickelten. Der Rentenmarkt dagegen wurde von den Notenbanken künstlich immer höher getrieben, sodass die Verzinsung mittlerweile extrem niedrig ist. Diese extrem niedrige Verzinsung wurde von den Notenbanken gewünscht, mit dem Ziel, die Wirtschaft anzukurbeln und zudem möglichst eine Preiskorrektur an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu vermeiden. In Kombination mit den staatlichen Konjunkturprogrammen konnte die Wirtschaft weltweit angekurbelt werden.
Mittlerweile zeigen sich aber Risse in diesem kreditfinanzierten, staatlich verordneten „Wirtschaftswunder“. Die Arbeitslosigkeit in den USA sinkt nicht mehr sondern verharrt auf hohem Niveau, Tendenz steigend. Der amerikanische Häusermarkt erleidet eine erneute Schwäche. Die Konjunkturprogramme laufen aus. Die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen führten erneut zu Assetblasen. Das zeigt sich nicht nur bei den Rohstoffen, sondern zum Beispiel auch bei den chinesischen Immobilien. Die chinesische Regierung kämpft mittlerweile mit harten Maßnahmen, um diese Entwicklung nicht noch weiter ausufern zu lassen, was unweigerlich zum nächsten Assetcrash in diesem Bereich führen würde. Viele Staaten und Finanzinstitute stehen in den nächsten Monaten vor einem enormen Refinanzierungsbedarf, sodass die Gefahr eines Käuferstreiks bei Anleihen ansteigt und somit die Gefahr eines Zinsanstiegs. Je mehr die Notenbanken versuchen werden, sich durch Anleihenkäufe dagegen zu stemmen, umso mehr wächst auch hier eine Blase heran, die schlechter beherrschbar wird.
Die deutsche Wirtschaft zeigt in jüngster Zeit erfreulich positive Entwicklungen aber leider ist deren Gewicht in der Weltwirtschaft nicht groß genug, um die Negativentwicklungen anderer Länder auszugleichen. Zudem ist das neue deutsche „Wirtschaftswunder“ mit eine Folge der Konjunkturprogramme in den anderen Ländern. Diese finanzieren, wir produzieren. Lässt die Konjunktur im Ausland nach, werden wir das irgendwann auch wieder spüren.
Der Markt
Als Folge der jüngsten negativen Wirtschaftsdaten fragen sich die Marktteilnehmer jetzt, ob das künftige Wirtschaftswachstum doch schwächer ausfallen wird als heute eingepreist ist. Manche Länder könnten möglicherweise sogar wieder in eine Rezession zurückfallen. Diese Unsicherheit prägt den Markt aktuell.
Die YEALD-Strategien
Im Jahr 2010 haben die YEALD-Strategien Konservativ und Dynamisch im Vergleich zum Markt und im Vergleich zu Peer Groups bisher akzeptabel bis gut abgeschnitten.
YEALD Konservativ
Dabei ist das konservative Portfolio in der Summe der eingesetzten Strategien marktneutral ausgerichtet. Wir verzichten nach wie vor auf „long-only“ Rentenkomponenten, weil der Rentenmarkt sich seinem Zenith allmählich genähert hat und es danach nur noch bergabwärts gehen kann. Wie schnell das gehen wird, wissen wir nicht. Und die Notenbanken, die den größten Einfluss auf das bevorstehende Enthebelungsverfahren haben, sind über die Geschwindigkeit des notwendigen Schuldenabbaus intern geteilter Meinung. Wir gehen dem großen Risiko jedenfalls aus dem Weg.
YEALD Dynamisch
Das dynamische Portfolio ist multidirektional ausgerichtet. Die eingesetzten Strategien haben in der Summe teilweise eine positive oder eine negative Beziehung zu den vielen Finanzmärkten in allen Assetklassen. Bei den meisten eingesetzten Strategien wird das Portfolio täglich mehrmals neu justiert. Wir sind also nicht grundsätzlich „long“ oder „short“, sondern in der Summe der Strategien und der tausenden simultanen Positionen, sind wir manchmal mehr oder weniger „long“ beziehungsweise „short“. So waren wir in den letzten Monaten unterm Strich „long“ und konnten uns in der Zeit besser als der Markt entwickeln. Wenn am Markt Trendbrüche entstehen, brauchen die trendfolgenden Komponenten in den eingesetzten Strategien immer eine gewisse Zeit, bis sie sich auf den neuen Trend einstellen.
Mittlerweile drehen diese Komponenten von „long“ in „short“. Sollten wir in den nächsten Tagen einen ausgeprägten Abwärtstrend an den Märkten sehen, sind wir aktuell in einer guten Position, davon zu profitieren. Sollte der Trend sich nicht aufbauen, greift das Risikomanagement der trendfolgenden Strategien ein. So wird die Ausrichtung der Strategien kontinuierlich justiert.
Marktneutrale und multi-direktionale Strategien
Wir können nicht vorhersagen, wie sich der Markt in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln wird. Nach mehreren richtungslosen Monaten im Markt, könnte sich ein starker Trend bilden. Die Voraussetzungen für eine gute Entwicklung der Fonds sind gerade auch jetzt gegeben.
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